Der Produktlebenszyklus eines Handys

Der Produktlebenszyklus eines Handys umfasst 4 Phasen: Die Rohstoffgewinnung, die Produktion, die Nutzung und das Recycling. Während des gesamten Lebenszyklus eines Mobilfunkgeräts werden zahlreiche Ressourcen verbraucht. Wird das Eigengewicht eines Handys vom kumulierten Verbrauch abgezogen, ergibt es das Gewicht des sogenannten ökologischen Rucksacks, also einem Vergleichsmaßstab, mit dem der Naturverbrauch eines Geräts berechnet werden kann.

 

Phase 1: Rohstoffe abbauen und vorbereiten

In einem Smartphone befinden sich in etwa über 60 verschiedene Stoffe. Davon machen etwa 56 % verschiedene Kunststoffe aus und 30 % verschiedene Metalle, wobei Kupfer und diverse Edelmetalle hier den größten Teil ausmachen. Diese Edelmetalle werden überwiegend in Entwicklungsländern wie z. B. im Kongo oder in Südafrika in Minen gewonnen. Während der Herauslösung der Metalle werden nicht nur Rohstoffe gewonnen, sondern auch diverse umweltschädliche Stoffe freigesetzt, die ins Grundwasser gelangen. 

 

Phase 2: Die Produktion

Um die Chips und Leiterplatten, die in jedem Mobilgerät verarbeitet sind, herzustellen, bedarf es einen sehr hohen und aufwendigen Ressourcen- und energieintensiven Aufwand. Auch durch den Transport von den Minen zur Produktionsstätte sowie zur Verkaufsstätte entstehen hohe Treibhausimmissionswerte.

 

Phase 3: Die Nutzung

Auch wenn das Mobilfunkgerät bei dem Endverbraucher angekommen ist, nimmt der Rohstoffverbrauch kein Ende. Schließlich benötigt jedes Gerät für die Nutzung Strom. Aber nicht nur das auch durch das telefonieren wird indirekt Rohstoff verbraucht. Denn der Aufbau der Funkmasten benötigt sehr viel Energie und Rohstoffe aufgrund der Größe und Schwere der einzelnen Teile.

 

Phase 4: Entsorgung und Wiederverwertung

Ist das Mobiltelefon am Ende seines Lebenszyklus angelangt, sollte es idealerweise zu den entsprechenden Rückgabestätten gebracht werden, um recycelt zu werden. Um möglichst viele Stoffe eines Geräts wiederzuverwerten, arbeiten viele Unternehmen, wie auch wir nach dem Prinzip der Circular Economy. Die Circular Economy ersetzt die Produktion durch Suffizienz: Wiederverwenden, was wiederverwendbar ist, recyceln, was nicht wiederverwendbar ist, reparieren, was kaputt ist, wiederherstellen, was nicht reparierbar ist.

 

Das Ziel ist es, die verschiedenen Ressourcen über eine möglichst lange Nutzungsphase im Kreislauf zu halten. Dabei sollen die Materialien für mehrere Zwecke eingesetzt und möglichst oft wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Dadurch entsteht weniger Abfall und der Abbau fossiler Ressourcen wird minimiert.

 

Allerdings können nicht alle Stoffe in ihrer reinsten Form zurückgewonnen werden. So landet beispielsweise Aluminium in der Schlacke – einem Sekundärrohstoff, der unter anderem Zement beigemischt werden kann. 

 

Auch wenn der gesamte Prozess der Wiederaufbereitung und des Recyclings einen hohen Energieaufwand hat, entlastet das dennoch die Umwelt. Denn nur so können die schwer abbaubaren Stoffe wiederverwertet werden, anstatt in der Umwelt zu landen.

 

Zusammengefasst wird über den gesamten Lebenszyklus eines Handys eine hohe Summe an Ressourcen und Energie verbraucht. So hat beispielsweise ein etwa 80 Gramm schweres Handy einen ökologischen Rucksack von ca. 75 Kilogramm. Dieser Rucksack ist folglich um das Tausendfache schwerer als das Gerät an sich. 

Daher ist es wichtig, Mobilfunkgeräte und elektronische Geräte aller Art so gut es geht wiederzuverwerten, um die Umwelt wenigstens etwas zu entlasten.